KI im Unterricht
Welche KI ist für die Schule vorgesehen? Was ist beim Datenschutz zu beachten? Wie gehe ich damit um, wenn Lernende KI nutzen? Hier finden Sie die KI des Landes, AIS.chat, und die Kernaussagen des Handlungsleitfadens.
StandHandlungsleitfaden des Landes: 02/2023AIS.chat: seit 05.12.2025, eingesehen 01.10.2026
Die KI des Landes für die Schule
AIS.chat
Seit dem 5. Dezember 2025 stellt das Land NRW allen öffentlichen Schulen und Ersatzschulen den KI-Chatbot AIS.chat kostenfrei für den Unterricht zur Verfügung: ländergemeinsam entwickelt, für den Unterricht optimiert und datenschutzkonform betrieben. Wenn Sie KI im Unterricht einsetzen möchten, ist AIS.chat das Werkzeug, das dafür vorgesehen ist. Früher hieß es „telli“.
So kommen Sie als LAA an einen Zugang
- 1Die Schule ist registriert
Die Schulleitung registriert die Schule, stimmt dem Vertrag zur Auftragsverarbeitung zu und legt die Lehrkräfte als Nutzerinnen und Nutzer an.
- 2Zugang über Ihre Stammschule
Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter an den ZfsL können einen Zugang über ihre Stammschule erhalten. Fragen Sie Ihre Schulleitung oder die Person, die AIS.chat an der Schule betreut.
Wichtig für LAA: Für die Registrierung braucht die Schule Ihre Personal-ID. Sie liegt im ZfsL; erfragen Sie sie dort in der Verwaltung und geben Sie sie an Ihre Schule weiter.
- 3Selbstlernkurs absolvieren
Vor der ersten Nutzung ist der kostenfreie KI-Selbstlernkurs des Landes (zum EU AI Act und zum Einsatz von KI in der Schule) Voraussetzung. Sie bestätigen ihn bei der Anmeldung.
- 4Anmelden
Die Anmeldung läuft pseudonymisiert über den Vermittlungsdienst VIDIS unter nrw.ais.schule.
Was AIS.chat kann und was Sie wissen sollten
Für Sie und Ihre Klasse
Unterstützung bei Vorbereitung, Organisation und im Unterricht. Lernende nutzen AIS.chat über Klassendialoge: Links, die Sie erstellen und teilen. Außerdem gibt es fiktive Dialogpartner und selbst eingerichtete KI-Assistenten.
Verschiedene Sprachmodelle
Sie können zwischen mehreren Sprachmodellen wählen und Unterschiede im Antwortverhalten mit der Klasse untersuchen. Textdokumente lassen sich hochladen.
Datenschutz
Eingaben werden nicht zum Training genutzt und nicht an Dritte oder Hersteller weitergegeben. Alle Modelle laufen in der EU. Trotzdem gilt: keine personenbezogenen Daten eingeben, also keine Namen, keine Noten, keine Angaben zu einzelnen Lernenden.
Monatliches Kontingent
Jede Person hat ein monatliches Volumen, ein Balken zeigt den Verbrauch. Zu Monatsbeginn ist es wieder voll. Planen Sie für den Unterricht entsprechend.
Ideen für den ersten Einsatz
Anregung- Fehler finden: Die Klasse lässt sich eine Erklärung zum aktuellen Thema geben und prüft sie mit dem Heft: Was stimmt, was fehlt, was ist ungenau?
- Dialogpartner: Ein fiktiver Gesprächspartner (eine historische Figur, eine Romanfigur, eine Forscherin) beantwortet Fragen. Danach: Woran merkt man, dass es eine KI ist?
- Rückmeldung nach Kriterien: Lernende lassen sich zu einem eigenen Text Feedback zu vorher vereinbarten Kriterien geben und überarbeiten ihn. Namen und persönliche Angaben vorher aus dem Text nehmen. Die Bewertung bleibt bei Ihnen.
- Modelle vergleichen: Dieselbe Frage an zwei Sprachmodelle stellen und die Antworten vergleichen. Das schärft den Blick dafür, wie KI Texte erzeugt.
Quellen: lernen-digital.nrw: Zugang zu AIS.chat ↗ · Schulministerium NRW: KI-Chatbot „AIS.chat“ ↗ · KI-Selbstlernkurs ↗ · ais-chat.schule (länderübergreifend) ↗. Eingesehen am 01.10.2026. Hinweis zur Personal-ID: ZfsL Arnsberg (Stand 08.10.2026). Wie AIS.chat an Ihrer Schule eingeführt ist, erfahren Sie bei Ihrer Schulleitung.
Sechs Kernaussagen des Leitfadens
Verbieten trägt nicht
Ein Verbot, KI im Unterricht zu thematisieren und didaktisch zu nutzen, ist laut Leitfaden keine tragfähige Reaktion; Schule soll Lernende im geschützten Raum mit KI vertraut machen. S. 5
Keine personenbezogenen Daten eingeben
Prompts dürfen keinen Zusammenhang zur Klasse oder zu einzelnen Lernenden herstellen. Das gilt auch für Ihre eigene Nutzung zur Unterrichtsvorbereitung. S. 6, 9
Eigene Accounts der Lernenden
Nach Einschätzung des Leitfadens (Stand 2023) nicht zu empfehlen. Lehrkräfte können, sofern sie freiwillig einen Zugang haben, im Plenum mit der Klasse arbeiten. S. 6
Heute: Mit AIS.chat können Lernende über Klassendialoge mitarbeiten, die Sie freischalten.
Die Schulleitung trägt die Verantwortung
Für den Datenschutz ist die Schulleitung verantwortlich. Klären Sie vorher, was an Ihrer Schule vorgesehen ist. S. 6
Nutzung kennzeichnen lassen
Wer KI nutzt, gibt sie als Quelle an, am besten mit den verwendeten Prompts. Wer es verschweigt, täuscht über die Autorenschaft. S. 7, 8
Aufgaben so stellen, dass KI nicht alles übernimmt
Der Leitfaden nennt Stellschrauben: individuelle Bezüge, Format- oder Medienwechsel, Begleitung des Arbeitsprozesses. S. 8, 9
Die 13 Fragen des Leitfadens
Die Fragen stehen im Wortlaut des Leitfadens. Die Kernaussagen darunter sind eine Zusammenfassung, nicht der Originaltext. „S.“ nennt die Seite im Leitfaden.
Textbaustein zur Kennzeichnung
Der Leitfaden schlägt für den schulischen Kontext eine Angabe in dieser Form vor, angelehnt an entstehende Zitierregeln (S. 7):
„Bei der Herstellung dieses Textes [oder wahlweise Bildes oder des Programmiercodes etc.] wurde X [=Name des KI-gestützten Werkzeugs] eingesetzt. Mit folgenden Prompts [= Anweisungen oder Fragen an die KI] habe ich die KI gesteuert: 1. , 2. .“
Schreibweise leicht angepasst: Im Leitfaden steht „KI-gestütztes Werkzeugs“. Der Vorteil dieser Angabe: Die Lehrkraft kann beurteilen, wie weitreichend die KI eingesetzt wurde und wie kompetent die Schülerin oder der Schüler sie gesteuert hat. Dazu sollte der von der KI erstellte Text beigefügt werden.
Aufgaben weniger anfällig machen
Der Leitfaden nennt Stellschrauben, mit denen sich Lern- und Leistungsaufgaben weiterentwickeln lassen (S. 8 und 9):
Individuelle Bezüge
Umfrage in der Klasse, Experiment, eigene Datenerhebung, das eigene Hobby, ein selbst gewählter Schwerpunkt: Das kann eine KI nicht ohne Weiteres übernehmen.
Format- oder Medienwechsel
Plakat, Erklärvideo, Podcast, Song oder Standbild: Die Umsetzung und damit die Auseinandersetzung mit den Inhalten bleibt bei den Lernenden.
Formatives Assessment
Beobachtung und Rückmeldung begleiten den Erarbeitungsprozess. Lieber weniger Texte, die dafür mehrfach überarbeitet werden.
Prozess begleiten
Im Gespräch mit den Lernenden wird deutlich, wie sie sich mit dem Inhalt auseinandergesetzt haben. Eine Präsentation mit Gespräch zeigt Eigenständigkeit.
Häufiger Stolperstein
AnregungHausaufgabe: „Schreibt einen Aufsatz zum Thema Klimawandel.“
Hausaufgabe: „Befragt drei Personen aus eurem Umfeld, was sie im Alltag für den Klimaschutz tun, wertet die Antworten aus und stellt eure Auswertung in drei Minuten vor. Bringt Entwurf und Stichworte mit.“
- Ein Textergebnis lässt sich ohne eigene Auseinandersetzung erzeugen.
- Sie sehen nicht, wer was geleistet hat.
- Individuelle Bezüge und Formatwechsel verlangen Eigenleistung.
- Entwurf und Gespräch machen den Prozess sichtbar.
Im Kerncurriculum und in der Praxis
Im Kompass berühren diese Konkretionen das Thema: U3 Medien und Materialien · E5 Medienkritik · E6 Medienrecht und -ethik · L5 Technologiebasierte Formate · S8 Digitale Werkzeuge und Datenschutz. Dazu die Situation „Ich stehe vor der Frage, wie ich mit KI und digitalen Werkzeugen umgehe“.
Zusammenfassung des Handlungsleitfadens „Umgang mit textgenerierenden KI-Systemen“ (Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, MSB 02/2023). Maßgeblich ist der Leitfaden selbst und das, was an Ihrer Schule gilt. Die Schlagzeilen unter „Auf einen Blick“, die Kernaussagen, die Kachelbeschreibungen und die Stolpersteine sind Zusammenfassungen und Anregungen des Kernseminars, nicht der Wortlaut des Leitfadens; wörtlich zitiert sind die Fragen und der Textbaustein.